Wenn Sie nach Informationen suchen, wie man eine Schwangerschaft abbricht, ist eines absolut entscheidend: sichere und verlässliche Fakten. Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland ein klar geregelter und bei professioneller Begleitung sicherer Weg. Er erfolgt durch die Einnahme von zwei Medikamenten unter ärztlicher Aufsicht – und nur so ist er legal und gesundheitlich unbedenklich.
Der medikamentöse abbruch: ein sicherer und begleiteter prozess

Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist zutiefst persönlich und wirft verständlicherweise viele Fragen auf. In so einer Situation ist es unglaublich wichtig, sich auf Fakten zu stützen und gefährlichen Halbwahrheiten aus dem Internet keine Beachtung zu schenken. Der einzig sichere Weg für einen medikamentösen Abbruch führt immer über eine Arztpraxis oder eine spezialisierte Klinik.
Der Weg beginnt dabei nicht mit der Einnahme von Tabletten, sondern mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsgespräch. Dieses Gespräch dient allein Ihrem Schutz. Es findet bei einer staatlich anerkannten Beratungsstelle statt, ist kostenlos, absolut vertraulich und ergebnisoffen. Sie werden dort zu keiner Entscheidung gedrängt.
Die rechtlichen rahmenbedingungen in Deutschland
Bevor ein medikamentöser Abbruch stattfinden kann, müssen einige rechtliche und medizinische Voraussetzungen erfüllt sein. Diese Regeln sind keine Schikane, sondern sollen sicherstellen, dass Sie eine gut informierte Entscheidung treffen und Ihre Gesundheit geschützt ist.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Die Beratungspflicht: Sie müssen an einem Gespräch bei einer anerkannten Stelle teilgenommen haben. Darüber erhalten Sie eine Bescheinigung, die Sie für den Abbruch benötigen.
- Die Wartefrist: Zwischen der Beratung und dem eigentlichen Abbruch müssen mindestens drei volle Tage vergehen. Diese Frist soll Ihnen Zeit geben, die Entscheidung in Ruhe und ohne äußeren Druck zu überdenken.
- Die Fristenregelung: Ein medikamentöser Abbruch ist in Deutschland bis zum Ende der neunten Schwangerschaftswoche möglich. Die Berechnung startet am ersten Tag Ihrer letzten Periode (p.m. = post menstruationem).
Diese Regelungen wirken auf den ersten Blick vielleicht wie Hürden. In der Praxis sind sie aber wichtige Schutzmechanismen, die Ihnen Zeit und professionelle Unterstützung garantieren.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine klare Übersicht über die einzelnen Schritte, die Sie auf diesem Weg erwarten.
Phasen des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs im Überblick
Diese Tabelle fasst die wichtigsten Phasen des medizinisch begleiteten Schwangerschaftsabbruchs zusammen, von der ersten Beratung bis zur Nachsorge.
| Phase | Was passiert | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|
| 1. Beratung & Entscheidung | Gesetzlich vorgeschriebenes, ergebnisoffenes Gespräch bei einer anerkannten Beratungsstelle. Sie erhalten eine Beratungsbescheinigung. | Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Sie dient Ihrer Information und Unterstützung. |
| 2. Ärztliche Voruntersuchung | Ihre Ärztin/Ihr Arzt bestätigt die Schwangerschaftswoche per Ultraschall und klärt Sie über den Ablauf und die Risiken auf. | Hier werden alle medizinischen Fragen geklärt. Zwischen Beratung und Abbruch müssen mind. 3 Tage liegen. |
| 3. Einnahme Mifepriston | In der Praxis nehmen Sie das erste Medikament, Mifepriston, ein. Es blockiert das Schwangerschaftshormon Progesteron. | Nach der Einnahme können Sie nach Hause gehen. Leichte Blutungen sind möglich, aber nicht immer der Fall. |
| 4. Einnahme Misoprostol | 36 bis 48 Stunden später nehmen Sie das zweite Medikament, Misoprostol, meist zu Hause ein. Es löst die Ausstoßung aus. | Planen Sie einen ruhigen Tag zu Hause ein. Starke, krampfartige Schmerzen und Blutungen setzen ein. |
| 5. Nachuntersuchung | Etwa 1 bis 2 Wochen nach dem Abbruch findet eine Kontrolluntersuchung statt, um sicherzustellen, dass alles vollständig ist. | Dieser Termin ist sehr wichtig, um Komplikationen auszuschließen. |
Die Nachsorge ist ein entscheidender Schritt, um den Prozess sicher abzuschließen und Ihre Gesundheit für die Zukunft zu gewährleisten.
Wie der medizinische prozess konkret abläuft
Sobald die rechtlichen Voraussetzungen geklärt sind, beginnt der eigentliche medizinische Teil. Dieser folgt einem klaren, ärztlich überwachten Schema.
Zuerst nehmen Sie in der Arztpraxis das Medikament Mifepriston ein. Seine Aufgabe ist es, die Wirkung des Hormons Progesteron zu blockieren, welches für den Erhalt der Schwangerschaft sorgt. Dadurch wird die Schwangerschaftsentwicklung gestoppt, und Sie können danach erst einmal nach Hause gehen.
Der medikamentöse Abbruch ist, wenn er korrekt von Fachpersonal durchgeführt wird, eine sehr sichere Methode. Jeder Versuch, einen Abbruch ohne ärztliche Begleitung mit Mitteln aus dem Internet durchzuführen, ist lebensgefährlich und zudem strafbar.
Ungefähr 36 bis 48 Stunden später folgt der zweite Schritt: die Einnahme von Misoprostol. Dieses Medikament können Sie in den meisten Fällen zu Hause anwenden. Es sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und das Schwangerschaftsgewebe zusammen mit Blut ausgestoßen wird. Die körperlichen Reaktionen ähneln einer sehr starken, krampfartigen Regelblutung.
Es ist ganz entscheidend zu verstehen, dass dieser gesamte Prozess medizinisch begleitet werden muss. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie genau aufklären, was Sie erwartet, wie Sie mit den Schmerzen umgehen können und auf welche Warnsignale Sie achten müssen. Nur so ist sichergestellt, dass Sie bei unerwarteten Komplikationen sofort die richtige Hilfe bekommen.
Die gesetzlichen Grundlagen für einen Schwangerschaftsabbruch in Deutschland
Sich mit einem Schwangerschaftsabbruch auseinanderzusetzen, wirft viele Fragen auf – und die rechtliche Seite ist oft die erste Hürde, die unklar erscheint. Doch keine Sorge: Die deutschen Gesetze sind so gestaltet, dass sie einen sicheren und informierten Weg ermöglichen und Frauen in ihrer selbstbestimmten Entscheidung schützen.
Grundsätzlich ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland nach § 218 des Strafgesetzbuches (StGB) rechtswidrig. Das klingt erst einmal beunruhigend, aber der entscheidende Punkt ist: Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt er straffrei. Die wichtigste dieser Regelungen ist die sogenannte Beratungsregelung nach § 218a StGB.
Der erste Schritt: Die verpflichtende Schwangerschaftskonfliktberatung
Bevor ein Abbruch durchgeführt werden kann, schreibt der Gesetzgeber eine Beratung bei einer staatlich anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle vor. Sehen Sie dies nicht als Hindernis, sondern als eine wichtige Unterstützung und Schutzmaßnahme.
In diesem vertraulichen Gespräch geht es darum, Ihnen in einer geschützten Atmosphäre alle Informationen an die Hand zu geben, die Sie für Ihre persönliche Entscheidung brauchen.
Diese Beratung ist immer:
- Ergebnisoffen: Ihre Entscheidung wird voll und ganz respektiert, ganz gleich, wie sie ausfällt. Niemand wird versuchen, Sie in eine bestimmte Richtung zu drängen.
- Vertraulich: Alles, was Sie besprechen, unterliegt der Schweigepflicht.
- Kostenlos: Für das gesetzlich vorgeschriebene Beratungsgespräch entstehen Ihnen keine Kosten.
Am Ende des Gesprächs erhalten Sie die Beratungsbescheinigung. Dieses Dokument ist der offizielle Nachweis, den Sie für den Eingriff bei einer Ärztin oder einem Arzt benötigen. Es bestätigt nur, dass die Beratung stattgefunden hat – nicht, was besprochen wurde oder zu welchem Entschluss Sie gekommen sind.
Die gesetzliche Wartezeit und die wichtigen Fristen
Sobald Sie die Beratungsbescheinigung in den Händen halten, beginnt eine gesetzlich vorgeschriebene Wartefrist. Zwischen dem Datum der Beratung und dem eigentlichen Schwangerschaftsabbruch müssen mindestens drei volle Tage vergehen. Diese Zeit dient dazu, die Entscheidung in Ruhe und ohne äußeren Druck treffen zu können.
Ein ganz praktisches Beispiel: Findet Ihre Beratung an einem Montag statt, kann der Abbruch frühestens am darauffolgenden Freitag vorgenommen werden. Der Dienstag, Mittwoch und Donnerstag sind die drei vollen Tage Wartezeit.
Wichtig ist, dass die Beratungsbescheinigung Ihren Namen und das Datum der Beratung enthält. Nur mit diesem vollständigen Dokument ist ein straffreier Abbruch innerhalb der gesetzlichen Fristen möglich.
Für einen Abbruch nach der Beratungsregelung gilt eine strikte zeitliche Grenze: Der Eingriff muss innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis erfolgen. Das entspricht der 14. Schwangerschaftswoche, wenn man ab dem ersten Tag der letzten Periode rechnet.
Beim medikamentösen Abbruch, um den es in diesem Leitfaden hauptsächlich geht, ist die Frist sogar noch enger gesteckt. Er ist in Deutschland nur bis zum Ende der neunten Schwangerschaftswoche (also bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Monatsblutung) zugelassen. Aus diesem Grund ist es wirklich entscheidend, bei einer ungewollten Schwangerschaft nicht zu lange mit einem Beratungstermin zu warten, damit Ihnen alle Optionen offenstehen.
Sonderregelungen bei Minderjährigen
Wenn du noch nicht volljährig bist, stellt sich natürlich die Frage, ob deine Eltern informiert werden müssen. Die gute Nachricht: Ab dem 16. Lebensjahr gehen Ärztinnen und Ärzte in der Regel davon aus, dass du „einwilligungsfähig“ bist. Das heißt, du kannst die Entscheidung meistens selbst treffen.
Bei Mädchen unter 16 Jahren wird im Einzelfall geprüft, ob die notwendige Reife für eine so weitreichende Entscheidung vorhanden ist. Falls nicht, wird die Zustimmung der Eltern oder eines Erziehungsberechtigten benötigt. Die Beratung selbst findet aber in jedem Fall vertraulich statt.
Ein interessanter Fakt am Rande: Die Häufigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen ist in Deutschland regional recht unterschiedlich. Im Jahr 2022 gab es beispielsweise in Berlin 134 Abbrüche pro 10.000 Frauen (im Alter von 15 bis 49), während die Quote in Bayern mit 83 deutlich niedriger lag. Wenn Sie sich für die genauen Zahlen und statistischen Auswertungen interessieren, können Sie auf dieser Übersichtsseite mehr nachlesen.
So läuft der medikamentöse Abbruch in der Praxis ab
Wenn Sie sich für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben, ist es verständlich, dass Sie genau wissen möchten, was auf Sie zukommt. Zu wissen, was der Körper tut und warum, kann Ängste nehmen und Ihnen helfen, sich auf die Situation einzustellen. Der Ablauf ist medizinisch klar geregelt und wird engmaschig begleitet.
Nachdem die gesetzlich vorgeschriebene Beratung stattgefunden hat und die dreitägige Wartefrist verstrichen ist, haben Sie Ihren ersten Termin in der gynäkologischen Praxis oder Klinik. Hier wird alles noch einmal besprochen und Sie erhalten das erste Medikament: Mifepriston.
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0800 36 999 63Der erste Schritt: Mifepriston in der Praxis
Mifepriston (oft bekannt unter dem Handelsnamen Mifegyne®) ist eine Tablette, die Sie direkt in der Praxis oder Klinik unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.
Dieser Wirkstoff blockiert die Wirkung des Hormons Progesteron. Progesteron ist absolut notwendig, um eine Schwangerschaft aufrechtzuerhalten – es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut wächst und die Schwangerschaft versorgt wird. Ohne Progesteron stoppt diese Entwicklung. Das ist der erste, entscheidende Schritt, der den Körper auf die bevorstehende Abstoßung vorbereitet.

Nach der Einnahme können Sie wieder nach Hause gehen. Was dann passiert, ist sehr individuell. Manche Frauen bemerken in den nächsten Stunden oder Tagen ein leichtes Ziehen oder erste Schmierblutungen. Bei vielen passiert aber auch erstmal gar nichts Spürbares – beides ist völlig normal.
Der zweite Schritt: Misoprostol zu Hause
Der zweite und aktive Teil des Abbruchs folgt 36 bis 48 Stunden später. Dafür nehmen Sie das zweite Medikament, Misoprostol, ein. Das können und sollen Sie in der Regel in Ihrer gewohnten, vertrauten Umgebung zu Hause tun. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gibt Ihnen die Tabletten zusammen mit einer ganz genauen Anleitung und einer Notfallnummer mit.
Misoprostol ist ein Prostaglandin. Es sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht (Wehen) und den Muttermund weicher macht. Dadurch wird das Schwangerschaftsgewebe ausgestoßen. Dieser Vorgang löst Blutungen und krampfartige Unterleibsschmerzen aus, die sich wie eine sehr, sehr starke Periodenblutung anfühlen können.
Die Einnahme von Misoprostol leitet die eigentliche Abstoßung ein. Mein Rat aus der Praxis: Planen Sie für diesen Tag und am besten auch für den Tag danach absolut nichts. Schaffen Sie sich einen ruhigen, sicheren Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und entspannen können.
Was Sie körperlich erwarten sollten
Die Reaktion auf Misoprostol ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Blutung wird sehr wahrscheinlich deutlich stärker sein als bei Ihrer normalen Periode und auch Gewebestücke (Koagel) enthalten. Das mag beunruhigend aussehen, ist aber ein ganz normaler Teil des Prozesses und ein Zeichen dafür, dass das Medikament wirkt.
Die stärksten Krämpfe und die intensivste Blutung treten meist in den ersten vier bis sechs Stunden nach der Einnahme von Misoprostol auf. Hören Sie in dieser Zeit gut auf Ihren Körper.
Ein paar bewährte Tipps für diese Phase:
- Schmerzmittel richtig einsetzen: Ihre Praxis wird Ihnen ein passendes Schmerzmittel empfehlen, meist aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen (z. B. 400–600 mg). Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich sind, sondern nehmen Sie es frühzeitig ein. Paracetamol hilft hier oft weniger gut.
- Wärme tut gut: Eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch oder im Rücken kann die Krämpfe spürbar lindern.
- Sorgen Sie vor: Legen Sie sich dicke Binden (keine Tampons!), bequeme Kleidung und vielleicht ein Handtuch als Unterlage bereit.
- Nicht allein sein: Es kann eine enorme Erleichterung sein, wenn eine Vertrauensperson da ist, die Ihnen zur Seite steht, Ihnen einen Tee kocht oder einfach nur da ist.
Neben den erwarteten Krämpfen und Blutungen können auch andere Begleiterscheinungen auftreten. Diese sind meist eine direkte Reaktion auf das Medikament und klingen schnell wieder ab:
- Übelkeit oder Erbrechen
- Durchfall
- Schüttelfrost oder eine leicht erhöhte Temperatur
Obwohl diese Symptome meist harmlos sind, ist es wichtig, die Warnsignale zu kennen. Kontaktieren Sie umgehend Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder ein Krankenhaus, wenn Sie das Gefühl haben, die Schmerzen sind unerträglich und werden durch Schmerzmittel nicht besser, oder wenn Sie innerhalb einer Stunde zwei große Binden komplett durchbluten und das über zwei Stunden anhält.
Nach der intensiven Phase klingen die Krämpfe ab. Die Blutung geht in eine leichtere, periodenähnliche Blutung über, die noch etwa 7 bis 14 Tage anhalten kann. Bei der Nachuntersuchung, die etwa zwei Wochen später stattfindet, wird per Ultraschall kontrolliert, ob der Abbruch vollständig war. Warum dieser Termin so wichtig ist, erklären wir in unserem Beitrag zur medizinischen Prüfung nach einem Abbruch.
Umgang mit Risiken und die Bedeutung der Nachsorge

Wenn Sie einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, ist es ganz normal, sich auch mit den möglichen Risiken zu beschäftigen. Lassen Sie es uns gleich vorwegnehmen: Der Abbruch mit Medikamenten unter ärztlicher Aufsicht ist eine sehr sichere Methode. Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es aber auch hier seltene Komplikationen, über die Sie offen aufgeklärt werden sollten.
Diese Transparenz gibt Ihnen die Sicherheit, die Signale Ihres Körpers richtig zu deuten und zu wissen, wann Sie handeln müssen. Die häufigsten Risiken sind in der Regel gut behandelbar, solange sie frühzeitig erkannt werden. Dazu zählen vor allem unvollständige Abbrüche, Infektionen und unerwartet starke Blutungen.
Die häufigsten komplikationen realistisch eingeordnet
Der medikamentöse Abbruch hat eine hohe Erfolgsquote von über 95 %. Trotzdem ist es wichtig, die potenziellen Risiken nicht auszublenden. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen, können Sie wachsam sein und bei Bedarf schnell und richtig reagieren. Die Wahrscheinlichkeit für ernste Probleme ist gering, aber eben nicht null.
Hier ist eine realistische Übersicht über die wichtigsten Risiken und ihre typischen Anzeichen:
- Unvollständiger Abbruch: Das ist die häufigste Komplikation. Hierbei verbleibt Schwangerschaftsgewebe in der Gebärmutter. In etwa 2 bis 5 % der Fälle ist deshalb ein kleiner chirurgischer Eingriff (eine Absaugung) nötig, um den Prozess sicher abzuschließen. Anzeichen dafür können Blutungen sein, die nicht nachlassen, oder Schmerzen, die stärker sind als erwartet.
- Fortbestehende Schwangerschaft: In ganz seltenen Fällen (weniger als 1 %) wirken die Medikamente nicht wie vorgesehen und die Schwangerschaft bleibt bestehen. Das wird aber bei der Nachuntersuchung zuverlässig festgestellt.
- Infektionen: Ein geringes Infektionsrisiko besteht nach jedem Abbruch, genau wie nach einer Geburt. Achten Sie auf Symptome wie Fieber über 38 °C, das länger anhält, unangenehm riechenden Ausfluss oder andauernde Schmerzen im Unterleib. Rechtzeitig erkannt, lassen sich Infektionen aber gut mit Antibiotika behandeln.
- Starke Blutungen: Stärkere Blutungen gehören zum Prozess dazu, aber es gibt eine klare Grenze. Wenn Sie mehr als zwei große Maxi-Binden pro Stunde über zwei Stunden lang komplett durchbluten, ist das ein Notfall. Suchen Sie dann bitte sofort ärztliche Hilfe.
Es kann beruhigend sein zu wissen, dass die allermeisten Frauen den Abbruch ohne solche Komplikationen erleben. Oft hilft es auch, sich die Erfahrungen anderer Frauen durchzulesen, um die eigenen Erlebnisse besser einordnen zu können.
Warnsignale des körpers, die sie ernst nehmen müssen
Ihr Körper sendet klare Signale, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Lernen Sie, auf diese Signale zu hören, und zögern Sie niemals, Ihre Praxis oder eine Notaufnahme zu kontaktieren, wenn Sie unsicher sind.
Ihre Gesundheit hat absolute Priorität. Ignorieren Sie keine Symptome, die Ihnen merkwürdig oder beängstigend vorkommen. Lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig.
Suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf, wenn eines der folgenden Symptome auftritt:
- Extrem starke Blutungen (wie oben beschrieben)
- Starke Schmerzen, die sich auch mit den empfohlenen Schmerzmitteln nicht lindern lassen
- Fieber über 38 °C, das länger als vier Stunden anhält
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, der mehr als 24 Stunden nach der Einnahme von Misoprostol andauert
- Stark oder unangenehm riechender vaginaler Ausfluss
- Anzeichen einer allergischen Reaktion (z. B. Hautausschlag, Atemnot) kurz nach der Medikamenteneinnahme
Diese Warnsignale sind selten. Sie zu kennen, ist aber ein wichtiger Teil der Selbstfürsorge in dieser Situation.
Warum der nachsorgetermin unverzichtbar ist
Etwa ein bis zwei Wochen nach dem medikamentösen Abbruch steht ein ganz entscheidender Termin an: die Nachuntersuchung. Dieser Termin ist keine optionale Empfehlung, sondern ein absolut notwendiger Bestandteil eines sicheren Abbruchs.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt stellt bei diesem Kontrolltermin per Ultraschall sicher, dass der Abbruch vollständig war und kein Gewebe in der Gebärmutter zurückgeblieben ist. Nur so lassen sich spätere Komplikationen wie Infektionen oder fortgesetzte Blutungen zuverlässig ausschließen.
Nutzen Sie diesen Termin auch, um über Ihr körperliches und seelisches Befinden zu sprechen. Es ist der perfekte Rahmen, um alle offenen Fragen zur zukünftigen Verhütung zu klären. So finden Sie eine Methode, die wirklich zu Ihnen passt und Sie vor einer erneuten ungewollten Schwangerschaft schützt.
Die Notwendigkeit guter Aufklärung und Nachsorge wird auch durch die Statistik unterstrichen. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 104.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet (Statistisches Bundesamt).
Kostenübernahme und wo Sie Unterstützung finden
In einer so emotional aufwühlenden Zeit ist eines ganz wichtig zu wissen: Sie sind nicht allein. In Deutschland gibt es ein dichtes Netz an kostenlosen und absolut vertraulichen Hilfsangeboten, das Sie professionell auffängt – ganz egal, welche Fragen oder Sorgen Sie gerade umtreiben. Auch die finanzielle Seite soll Ihrer persönlichen Entscheidung nicht im Weg stehen.
Eine der ersten und oft drängendsten Fragen ist die nach den Kosten. Grundsätzlich gilt: Ein Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung ist eine sogenannte Selbstzahlerleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für den Eingriff selbst also nicht. Allerdings decken sie alle medizinischen Leistungen drumherum ab – also die ärztliche Beratung, notwendige Voruntersuchungen und die wichtige Nachsorge.
Wann die Kosten übernommen werden
Wenn Sie nur über ein geringes Einkommen verfügen, müssen Sie die Kosten für den Abbruch natürlich nicht allein stemmen. Das Schwangerschaftskonfliktgesetz sichert ab, dass niemand aus finanzieller Not heraus eine Schwangerschaft austragen muss.
Sie können einen Antrag auf Kostenübernahme stellen, falls Ihr verfügbares monatliches Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Diese Grenze liegt aktuell bei 1.455 € (Stand 2026) und erhöht sich für jedes Kind, für das Sie unterhaltspflichtig sind. Auch Ihre Wohnkosten fließen in die Berechnung mit ein.
Den Antrag auf Kostenübernahme müssen Sie unbedingt vor dem Abbruch stellen, denn eine Erstattung im Nachhinein ist leider nicht möglich. Die Formulare dafür und Hilfe beim Ausfüllen bekommen Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse.
Wird Ihr Antrag bewilligt, erhalten Sie eine Bestätigung, die Sie in der Arztpraxis oder Klinik vorlegen. Die Abrechnung läuft dann ganz diskret direkt zwischen der Praxis und dem jeweiligen Bundesland. Sie müssen also nicht in Vorkasse treten.
So finden Sie die richtige Beratungsstelle
Die gesetzlich anerkannten Beratungsstellen sind viel mehr als nur eine formale Pflichtstation für den Beratungsschein. Sehen Sie sie als Ihre ersten und wichtigsten Partner auf diesem Weg, die Ihnen umfassend und unvoreingenommen zur Seite stehen.
Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen nicht nur bei der Entscheidungsfindung, sondern auch ganz praktisch bei den nächsten Schritten:
- Informationen zur Kostenübernahme: Sie kennen die genauen Einkommensgrenzen und Regelungen und helfen Ihnen dabei, den Antrag korrekt auszufüllen.
- Vermittlung an Praxen: Sie können Ihnen Ärztinnen, Ärzte oder Kliniken in Ihrer Nähe nennen, die den medikamentösen Abbruch durchführen.
- Emotionale Unterstützung: Die Gespräche sind vertraulich und schaffen einen geschützten Raum für all Ihre Gefühle, Ängste und Zweifel – übrigens auch, wenn Sie nach einem Abbruch noch Redebedarf haben.
Die Stellen sind meist per Telefon, online per Chat oder E-Mail und natürlich vor Ort erreichbar. Viele bieten auch eine anonyme Beratung an, falls Sie das wünschen.
Wichtiger Hinweis: Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch können bei finanzieller Bedürftigkeit auf Antrag vom Bundesland übernommen werden. Beratungsstellen informieren detailliert über die Kriterien und helfen bei der Antragstellung. Es gibt zudem zahlreiche finanzielle Hilfen für Frauen, die sich im Schwangerschaftskonflikt für das Kind entscheiden. Ausführliche Informationen zu diesen Hilfen findest du auf unserer Hilfe-Seite.
Hilfe für Partner und die Familie
Eine ungeplante Schwangerschaft ist selten eine Situation, die nur eine Person betrifft. Auch für Partner, enge Freunde oder Familienmitglieder kann die Lage sehr belastend sein. Sie möchten eine Stütze sein, wissen aber oft nicht, wie sie das am besten anstellen können.
Auch für sie gibt es spezielle Hilfsangebote:
- Paarberatung: Viele Stellen bieten gemeinsame Gespräche an. Das kann helfen, eine gemeinsame Basis für die anstehende Entscheidung zu finden und miteinander im Gespräch zu bleiben.
- Angebote für Männer: Es gibt auch Beratungsangebote, die sich explizit an Männer richten und ihnen Raum für ihre eigenen Sorgen und Fragen geben.
- Unterstützung für das Umfeld: Angehörige können hier lernen, wie sie die betroffene Frau am besten unterstützen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.
Niemand muss diesen Weg allein gehen. Es ist vielmehr ein Zeichen von Stärke, sich in einer so schwierigen Phase professionelle Hilfe zu holen. Eine detailliertere Aufschlüsselung finden Sie auch in unserem Beitrag über die Risiken und Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs.
Häufige Fragen zum medikamentösen Abbruch
Ein Schwangerschaftsabbruch wirft viele Fragen und Unsicherheiten auf. Das ist völlig normal. Hier finden Sie klare und ehrliche Antworten auf die häufigsten Fragen, die uns in der Beratung gestellt werden, damit Sie sich in dieser ohnehin schon schweren Zeit besser orientieren können.
Wie schmerzhaft ist ein medikamentöser Abbruch wirklich?
Das ist verständlicherweise eine der größten Sorgen. Die meisten Frauen beschreiben die Schmerzen als Krämpfe, die sich wie eine sehr starke Monatsblutung anfühlen. Diese treten vor allem in den ersten Stunden nach der Einnahme des zweiten Medikaments, Misoprostol, auf und lassen dann spürbar nach.
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen ein passendes Schmerzmittel mitgeben, in der Regel Ibuprofen (400 bis 600 mg). Ein Tipp aus der Praxis: Nehmen Sie es am besten schon ein, bevor die Schmerzen richtig stark werden. Viele Frauen empfinden zusätzlich eine Wärmflasche oder ein warmes Bad als sehr wohltuend.
Kann ich nach dem Eingriff sofort wieder arbeiten?
Nein, davon raten wir dringend ab. Planen Sie für den Tag der Misoprostol-Einnahme und am besten auch für den Tag danach komplett frei. In dieser Phase finden die stärksten Blutungen und Krämpfe statt, und Sie sollten sich in einer sicheren, privaten Umgebung aufhalten können.
Gönnen Sie sich bewusst mindestens ein bis zwei Tage zur Erholung. Ihr Körper durchläuft einen intensiven Prozess und braucht diese Pause. Hören Sie auf seine Signale und muten Sie sich nicht zu viel zu.
Ein medikamentöser Abbruch, der unter ärztlicher Aufsicht in Deutschland durchgeführt wird, ist eine sehr sichere Methode mit einer geringen Komplikationsrate. Jeder Versuch, einen Abbruch ohne medizinische Begleitung und mit illegal bezogenen Medikamenten durchzuführen, ist lebensgefährlich und strafbar.
Was passiert, wenn die Medikamente nicht wirken?
Das kommt wirklich sehr selten vor. Bei etwa 1 bis 2 von 100 Frauen schlägt die medikamentöse Methode nicht wie erwartet an und die Schwangerschaft bleibt bestehen. Manchmal kommt es auch vor, dass Gewebe in der Gebärmutter zurückbleibt – man spricht dann von einem unvollständigen Abbruch.
Genau deshalb ist der Nachsorgetermin ein bis zwei Wochen später so unglaublich wichtig. Hier wird per Ultraschall kontrolliert, ob alles in Ordnung und der Abbruch vollständig ist. Sollte das nicht der Fall sein, wird in der Regel eine kleine, unkomplizierte Absaugung vorgenommen, um den Prozess sicher abzuschließen.
Wann normalisiert sich mein Zyklus wieder?
Nach dem Abbruch stellt sich Ihr Hormonhaushalt erst wieder neu ein. Die erste richtige Periode kommt bei den meisten Frauen etwa vier bis sechs Wochen später. Was viele aber nicht wissen: Der erste Eisprung kann schon viel früher stattfinden, oft sogar noch vor der ersten Blutung.
Das bedeutet, dass Sie fast sofort wieder schwanger werden können. Wenn das nicht Ihr Wunsch ist, sollten Sie sich unbedingt direkt Gedanken über eine sichere Verhütung machen. Der Nachsorgetermin ist der perfekte Zeitpunkt, um mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt die für Sie passende Methode zu besprechen.
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