Kosten & Hilfe
Abtreibung Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
Für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch mit der Abtreibungspille kannst du zur Orientierung mit ca. 300 bis 500 Euro rechnen. Nach der Beratungsregelung zahlst du den Eingriff grundsätzlich selbst. Bei finanzieller Bedürftigkeit kann die Kostenübernahme vor dem Abbruch über die gesetzliche Krankenkasse beantragt werden.
Medizinisch geprüft von Prof. Dr. Cullen und KollegenDu willst nur wissen, ob du unter der Einkommensgrenze liegst? Prüfe es anonym mit dem Rechner zur Kostenübernahme beim Schwangerschaftsabbruch.
- Nach der Beratungsregelung zahlst du den Eingriff grundsätzlich selbst. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt jedoch Beratung sowie notwendige Vor- und Nachuntersuchungen.
- Für einen medikamentösen Abbruch kannst du zur Orientierung mit ca. 300 bis 500 Euro rechnen.
- Bei finanzieller Bedürftigkeit kann die Kostenübernahme vor dem Abbruch über eine gesetzliche Krankenkasse beantragt werden; die Kosten werden anschließend von den Ländern erstattet. Die Einkommensgrenze liegt seit Juli 2026 bei 1.564 Euro verfügbarem persönlichem Einkommen im Monat, plus 371 Euro je minderjährigem Kind.
- Bei medizinischer oder kriminologischer Indikation besteht für gesetzlich Versicherte ein Leistungsanspruch.
- Geldsorgen müssen nicht entscheiden: Es gibt umfangreiche finanzielle Hilfen, wenn du die Schwangerschaft fortsetzen möchtest.
Stand: Oktober 2026. Quelle der Einkommensgrenze: familienplanung.de.
Überblick
Mit welchen Kosten musst du rechnen?
Für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch kannst du zur Orientierung mit ca. 300 bis 500 Euro rechnen. Der konkrete Gesamtpreis und die enthaltenen Leistungen unterscheiden sich je nach Praxis oder Klinik. Frage deshalb vorab nach einer Kostenaufstellung.
Pille oder operativer Abbruch
Ein operativer Abbruch kostet meist mehr als der medikamentöse, weil beim medikamentösen Abbruch keine Narkose nötig ist. Für alle Methoden zusammen nennt familienplanung.de eine Spanne von 380 bis 900 Euro, je nach Methode und Narkoseart.
Was zahlt die Krankenkasse, was zahlst du?
Auch nach der Beratungsregelung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die ärztliche Beratung, die notwendigen Vor- und Nachuntersuchungen und die Behandlung möglicher Komplikationen. Selbst zahlst du den eigentlichen Abbruch, also die Medikamente oder den Eingriff und eine mögliche Narkose. Die Regel steht in § 24b SGB V. Die Schwangerschaftskonfliktberatung ist immer kostenlos (§ 6 Abs. 4 SchKG).
Mögliche Zusatzkosten
- Fahrtkosten, wenn die nächste Praxis weiter weg ist
- ein freier Tag für den Termin und die Erholung danach
- Verhütung, wenn du direkt danach damit beginnen möchtest
Wichtig: Die Spanne ist eine ungefähre Orientierung, kein verbindlicher Preis. Bitte frag vorab nach einer transparenten Kostenaufstellung. Wenn du die Kosten nicht tragen kannst, stell den Antrag auf Kostenübernahme vor dem Abbruch. Die aktuellen Voraussetzungen erklärt familienplanung.de.
Orientierung
Kosten & Unterstützung einschätzen
Du musst keine sensiblen Finanzdaten eingeben. Diese kurze Orientierung zeigt dir, ob eher Kosten, Kostenübernahme oder praktische Unterstützung für dich wichtig sein könnten.
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Kostenübernahme
Wann zahlt die Krankenkasse?
Bei geringem Einkommen
Wenn dein Einkommen niedrig ist, kann die Kostenübernahme beantragt werden. Die Antragstellung läuft über die gesetzliche Krankenkasse; die Kosten werden aus öffentlichen Mitteln getragen.
Die Einkommensgrenze für die Kostenübernahme liegt seit Juli 2026 bei 1.564 Euro verfügbarem persönlichem Einkommen im Monat. Für jedes minderjährige Kind in deinem Haushalt steigt sie um 371 Euro. Liegen deine Unterkunftskosten über 459 Euro, kann sie um bis zu 459 Euro steigen. Kurzfristig verwertbares Vermögen darf nicht vorhanden sein.
Den Ablauf erklärt familienplanung.de. Beratungsstellen können dir helfen, die Unterlagen vorzubereiten.
Bei medizinischer oder kriminologischer Indikation
Wenn eine medizinische Indikation vorliegt oder die Schwangerschaft Folge einer Straftat ist, werden die Kosten in der Regel übernommen. Lass dich dazu ärztlich und rechtlich beraten.
Gilt das bei jeder Krankenkasse?
Ja. Die Regeln stehen im Gesetz (§§ 19 bis 22 Schwangerschaftskonfliktgesetz) und gelten für alle gesetzlichen Krankenkassen gleich, ob TK, AOK, Barmer oder eine andere Kasse. Den Antrag stellst du bei deiner eigenen Krankenkasse. Bist du privat oder gar nicht gesetzlich versichert, kannst du eine gesetzliche Krankenkasse an deinem Wohnort wählen. Gründe für den Abbruch musst du beim Antrag nicht nennen. Rückwirkend werden keine Kosten übernommen.
Welche Unterlagen können nötig sein?
- Einkommensnachweise oder Bescheide
- Beratungsbescheinigung aus der Schwangerschaftskonfliktberatung
- Antragsformular der Krankenkasse
- Nachweise zu Miete, Kindern oder besonderen Belastungen
So läuft der Antrag
- Prüfe, ob dein verfügbares persönliches Einkommen unter der Grenze liegt, zum Beispiel mit dem Rechner zur Kostenübernahme.
- Stell den Antrag mit deinen Einkommensnachweisen bei deiner gesetzlichen Krankenkasse, und zwar vor dem Abbruch.
- Die Krankenkasse stellt dir eine Bescheinigung über die Kostenübernahme aus.
- Diese Bescheinigung gibst du in der Praxis oder Klinik ab, die den Abbruch macht. Die Krankenkasse übernimmt dann die Abrechnung.
Nicht nur Geld
Wenn finanzielle Angst der Hauptgrund ist
Viele Frauen erleben eine ungeplante Schwangerschaft zuerst als finanzielle Krise. Das heißt nicht automatisch, dass eine Abtreibung der einzige Ausweg ist.
Es gibt mehr Hilfen, als viele wissen
- Bundesstiftung Mutter und Kind
- Lokale Stiftungen und Sachhilfen
- Unterstützung bei Wohnung, Erstausstattung und Kinderbetreuung
- Patenprogramme und praktische Hilfe im Alltag
- Schutz und Beratung, wenn du unter Druck gesetzt wirst
Ein vertrauliches Gespräch kann helfen, die Lage zu sortieren, bevor du eine endgültige Entscheidung triffst. Mehr dazu: Beratung und Nachsorge.
Risiken mitdenken
Kosten sind wichtig, aber nicht der einzige Faktor
Bei der Entscheidung geht es nicht nur darum, wer die Kosten übernimmt. Die Abtreibungspille löst einen medizinischen Prozess aus: Es können starke Blutungen, Krämpfe, Kreislaufprobleme und selten ernsthafte Komplikationen auftreten. Mehr dazu: Ablauf der Abtreibungspille. Auch emotionale Folgen werden oft erst später spürbar.
Kurzantworten
Häufige Fragen zu Preis, Krankenkasse und Kostenübernahme
Was kostet die Abtreibungspille?
Für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch kannst du zur Orientierung mit ca. 300 bis 500 Euro rechnen. Frage die Praxis oder Klinik vorab nach dem konkreten Gesamtpreis und den enthaltenen Leistungen.
Zahlt die Krankenkasse?
Beim Abbruch nach Beratungsregelung zahlt die Krankenkasse den Eingriff in der Regel nicht direkt. Vor- und Nachuntersuchungen sowie die Behandlung möglicher Komplikationen sind davon zu unterscheiden.
Wann muss man selbst zahlen?
Selbstzahlung ist häufig der Ausgangspunkt, wenn der Abbruch nach Beratungsregelung erfolgt und keine Kostenübernahme beantragt oder bewilligt wurde.
Wie beantragt man Kostenübernahme?
Bei geringem Einkommen kann die Kostenübernahme vor dem Abbruch über die gesetzliche Krankenkasse beantragt werden. Wichtig ist: Der Antrag muss vor dem Eingriff gestellt werden. Welche Fristen für den Abbruch gelten, kannst du vorab berechnen. Eine Beratungsstelle kann beim Sortieren der Unterlagen helfen.
Wird eine Abtreibung von der Krankenkasse übernommen?
Nach der Beratungsregelung zahlst du den Eingriff grundsätzlich selbst. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt aber Beratung, notwendige Vor- und Nachuntersuchungen und mögliche Nachbehandlungen. Bei einer medizinischen oder kriminologischen Indikation zahlt die Krankenkasse auch den Abbruch.
Wer bekommt die Kosten übernommen?
Wenn dein verfügbares persönliches Einkommen höchstens 1.564 Euro im Monat beträgt (seit Juli 2026) und du kein kurzfristig verwertbares Vermögen hast, übernimmt das Bundesland die Kosten. Die Grenze steigt um 371 Euro je minderjährigem Kind in deinem Haushalt. Wer Bürgergeld, Sozialhilfe, BAföG oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt, hat ebenfalls Anspruch.
Zahlt die Krankenkasse auch, wenn ich über 18 bin?
Für die Kostenübernahme spielt dein Alter keine Rolle. Es zählt dein eigenes Einkommen, nicht das deiner Eltern oder deines Partners. Die Regeln sind für Frauen über und unter 18 gleich.
Zahlt die Krankenkasse auch eine zweite Abtreibung?
Ja, es gelten dieselben Regeln wie beim ersten Abbruch. Entscheidend sind die Indikation oder dein Einkommen zum Zeitpunkt des Antrags, nicht die Zahl früherer Abbrüche.
Zahlt die TK eine Abtreibung?
Die Techniker Krankenkasse folgt denselben gesetzlichen Regeln wie alle gesetzlichen Krankenkassen. Liegst du unter der Einkommensgrenze, stellst du den Antrag auf Kostenübernahme vor dem Abbruch bei der TK. Die Kosten erstattet anschließend das Bundesland.
Kostet die Schwangerschaftskonfliktberatung etwas?
Nein. Die Beratung in einer anerkannten Beratungsstelle ist für dich kostenlos. Das steht in § 6 Abs. 4 Schwangerschaftskonfliktgesetz.
Kann ich die Kostenübernahme nach dem Abbruch noch beantragen?
Nein. Rückwirkend werden keine Kosten übernommen. Stell den Antrag deshalb vor dem Abbruch bei einer gesetzlichen Krankenkasse.
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