Was kostet eine Abtreibung?

29. Juli 2026

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„Abtreibungskosten" ist eine der häufigsten Suchanfragen zum Thema — und eine der am schwersten zu beantwortenden. Denn es gibt nicht den einen Preis. Was am Ende zu zahlen ist, hängt von der Methode ab, von der Praxis, vom Bundesland und vor allem davon, ob die Krankenkasse einspringt oder nicht.

Dieser Artikel sortiert die Zahlen. Er ersetzt kein Gespräch in der Praxis, aber er nimmt dir das Gefühl, ins Blaue hinein zu planen.

Die Spanne: 300 bis 700 Euro

Für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung liegen die Kosten in Deutschland typischerweise zwischen 300 und 700 Euro. Die Spanne ist so breit, weil Methode, Betäubungsform und Praxis den Preis bestimmen. Eine verbindliche Auskunft gibt dir nur die Praxis selbst.

Grob lässt sich sagen:

Die Narkose ist der größte einzelne Kostenfaktor. Wer sie nicht zwingend braucht, spart damit spürbar — aber das sollte eine medizinische Entscheidung sein, keine finanzielle.

Was oft vergessen wird

Die genannten Beträge decken den Abbruch selbst ab. Drumherum entstehen weitere Kosten, die in den Suchergebnissen selten auftauchen:

Die Beratung selbst ist kostenlos. Anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen dürfen dafür nichts verlangen.

Zahlt die Krankenkasse?

Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Die Antwort lautet: meistens nicht — aber fast immer zahlt jemand mit.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten des Abbruchs nur in zwei Fällen:

Beim Abbruch nach der Beratungsregelung — dem häufigsten Fall — zahlt die Kasse den Eingriff nicht. Sie übernimmt aber die ärztlichen Leistungen drumherum: Voruntersuchung, Ultraschall, Nachkontrolle und die Behandlung eventueller Komplikationen. Das ist ein wichtiger Unterschied, der oft untergeht.

Die Kostenübernahme durch das Bundesland

Hier liegt die eigentlich entscheidende Information: Wenn dein Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt, übernimmt das Bundesland die Kosten. Das ist kein Almosen und kein Sonderfall — es ist ein gesetzlich geregelter Anspruch nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz.

Die Einkommensgrenze wird jährlich angepasst und liegt 2026 bei etwa 1.500 Euro netto im Monat, mit Zuschlägen für Kinder und Wohnkosten. Viele Frauen, die knapp darüber zu liegen glauben, sind tatsächlich anspruchsberechtigt.

Wichtig: Der Antrag muss vor dem Abbruch gestellt werden. Wird er nachträglich eingereicht, ist der Anspruch verloren — auch wenn alle Voraussetzungen erfüllt gewesen wären. Die Krankenkasse stellt die Bescheinigung aus; sie erfährt dabei nicht, dass es um einen Abbruch geht.

Mit dem Kostenübernahme-Check kannst du in etwa einer Minute prüfen, ob du in Frage kommst.

Wenn Geld der ausschlaggebende Grund ist

Es gibt eine Situation, in der wir dich ausdrücklich bitten würden, kurz innezuhalten: wenn die Kosten der Schwangerschaft — nicht die des Abbruchs — der Hauptgrund für die Entscheidung sind.

Dafür gibt es Hilfen, die viele nicht kennen: die Bundesstiftung Mutter und Kind, Landesstiftungen, einmalige Beihilfen für Erstausstattung, Wohngeld, Elterngeld. Diese Mittel sind nicht an Bedingungen wie eine bestimmte Lebensform geknüpft und werden unabhängig davon gewährt, ob du verheiratet bist oder allein lebst.

Das ist keine Aufforderung, deine Entscheidung zu ändern. Es ist nur der Hinweis, dass finanzielle Not eine lösbare Größe ist — und dass es sich lohnt, das zu wissen, bevor man entscheidet. Unsere Übersicht finanzieller Hilfen listet die Anlaufstellen.

Was du konkret tun kannst

  1. Prüfe die Kostenübernahme, bevor du einen Termin vereinbarst — der Antrag muss vorher gestellt sein.
  2. Frag in der Praxis direkt nach dem Gesamtbetrag. Seriöse Praxen nennen ihn ohne Umschweife und schlüsseln auf, was enthalten ist.
  3. Frag nach Ratenzahlung, wenn der Betrag auf einmal nicht machbar ist. Viele Praxen bieten das an, ohne dass man danach fragen müsste — aber sie erwähnen es nicht immer von sich aus.
  4. Nutze die Beratung. Beratungsstellen kennen die Hilfen ihres Bundeslandes und helfen beim Papierkram. Das ist Teil ihrer Aufgabe und kostet nichts.

Wenn du unsicher bist, wo du anfangen sollst: Auf unserer Seite Kosten & Kostenübernahme stehen die Details, und über unsere Beratung kannst du anonym nachfragen — auch nur zu den Kosten, ohne dass du sonst irgendetwas erzählen musst.

Du bist nicht allein

Egal wie du dich fühlst: Wir sind da. Kostenlose, vertrauliche Beratung — ohne Druck, ohne Vorurteile.