Absaugmethode: wie sie abläuft

29. Juli 2026

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Wer wissen will, wie ein Schwangerschaftsabbruch abläuft, stößt schnell auf das Wort „Absaugmethode" — und findet dann oft entweder medizinische Fachtexte oder gar nichts. Dieser Artikel beschreibt das Verfahren so, wie man es als Betroffene wissen will: was passiert, wie lange es dauert, was man spürt.

Vorab zur Einordnung: Auf dieser Seite geht es sonst überwiegend um die Abtreibungspille. Die Absaugmethode ist der andere Weg — und für viele Frauen der einzige, weil das Zeitfenster für den medikamentösen Abbruch bereits geschlossen ist.

Die Begriffe: Absaugung, Vakuumaspiration, Saugkürettage

Drei Wörter für dasselbe Verfahren. Vakuumaspiration ist der medizinische Fachbegriff, Saugkürettage eine ältere Variante davon, Absaugmethode die alltagssprachliche Bezeichnung. Wenn in einer Praxis von einem dieser Begriffe die Rede ist, ist immer der gleiche Eingriff gemeint.

Davon zu unterscheiden ist die reine Kürettage (Ausschabung) mit einem scharfen Instrument. Sie war früher üblich, wird heute für Schwangerschaftsabbrüche aber kaum noch angewendet — die Absaugung gilt als schonender und ist das Standardverfahren.

Wann kommt die Absaugmethode in Frage?

Sie ist ab der 6. bis 7. Schwangerschaftswoche möglich und bleibt es bis zum Ende der gesetzlichen Frist — also bis zur 14. Woche ab der letzten Periode. Damit deckt sie den Zeitraum ab, in dem die Abtreibungspille nicht mehr zugelassen ist.

Auch innerhalb des Zeitfensters für die Pille kann die Absaugung sinnvoll sein: bei bestimmten Vorerkrankungen, bei Unverträglichkeit gegen die Medikamente, oder wenn eine Frau den Vorgang lieber in einem klar begrenzten Termin hinter sich bringen möchte, statt ihn über zwei Tage zu Hause zu erleben.

Wie der Eingriff abläuft

Der eigentliche Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten. Der Ablauf ist in fast allen Praxen gleich:

  1. Vorbereitung. Der Muttermund wird weich gemacht — meist mit einem Medikament, das einige Stunden vorher gegeben wird. Das erleichtert den nächsten Schritt und macht ihn schonender.
  2. Betäubung. Entweder örtlich (der Muttermund wird betäubt, du bist wach) oder in kurzer Vollnarkose. Beides ist üblich; die Wahl triffst du gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt.
  3. Der Eingriff. Ein dünner, biegsamer Schlauch wird durch den Muttermund eingeführt. Über ein Vakuum wird der Inhalt der Gebärmutter abgesaugt.
  4. Kontrolle. Per Ultraschall wird geprüft, ob die Gebärmutter vollständig entleert ist.
  5. Ruhephase. Ein bis zwei Stunden Nachbeobachtung in der Praxis, dann kannst du nach Hause.

Es ist ein ambulanter Eingriff. Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht nötig, du bist am selben Tag wieder zu Hause.

Was man spürt

Bei örtlicher Betäubung: ein Ziehen im Unterleib, ähnlich starken Regelschmerzen, dazu ein Gefühl von Druck. Die meisten Frauen beschreiben es als unangenehm, aber aushaltbar. Der Moment, in dem der Muttermund gedehnt wird, ist meist der intensivste.

Bei Vollnarkose bekommst du vom Eingriff selbst nichts mit. Dafür brauchst du eine Begleitperson für den Heimweg und darfst an dem Tag nicht Auto fahren.

Nach dem Eingriff sind Blutungen über einige Tage bis zwei Wochen normal, meist schwächer als eine Periode. Krampfartige Schmerzen in den ersten Stunden sind ebenfalls üblich und lassen sich mit gängigen Schmerzmitteln gut behandeln.

Wann du ärztlichen Rat brauchst: bei sehr starker Blutung (mehr als zwei dicke Binden pro Stunde über zwei Stunden), bei Fieber über 38 °C, bei starken Schmerzen, die sich mit Schmerzmitteln nicht bessern, oder bei übelriechendem Ausfluss. Das sind seltene, aber ernst zu nehmende Zeichen.

Wie sicher ist das Verfahren?

Die Vakuumaspiration gilt als sehr zuverlässig — die Erfolgsrate liegt bei etwa 99 Prozent. Damit liegt sie geringfügig höher als beim medikamentösen Abbruch, wo in etwa zwei bis fünf von hundert Fällen eine Nachbehandlung nötig wird.

Ernsthafte Komplikationen sind selten. Möglich sind Verletzungen der Gebärmutter, Infektionen oder unvollständige Entleerung; alle drei kommen bei fachgerechter Durchführung in deutlich unter einem Prozent der Fälle vor. Auf die Fruchtbarkeit hat ein komplikationsloser Abbruch nach heutigem Kenntnisstand keinen Einfluss.

Absaugung oder Abtreibungspille?

Wenn beide Wege offenstehen, unterscheiden sie sich weniger in Sicherheit als in Erleben und Kontrolle:

Beides hat seine Berechtigung. Welcher Weg besser passt, hängt davon ab, was dir mehr Sicherheit gibt — Abgeschlossenheit oder Vertrautheit. Ein ausführlicher Vergleich steht im Artikel Abtreibungsmethoden im Vergleich.

Wenn du noch nicht sicher bist, in welcher Woche du bist: Der SSW-Rechner hilft dabei. Und wenn du mit jemandem sprechen möchtest, ohne dich festzulegen — unsere Beratung ist anonym und ergebnisoffen.

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